Quelle: Property Magazine, 30. November 2011
Bei leicht steigender Belegung erwarten die Hotelbetriebe im Land Fleesensee in diesem Jahr stabile Umsätze und Erträge. Dagegen leidet die Fleesensee Fondsgesellschaft unter dem hohen Wechselkurs des Schweizer Franken. Das angekündigte Sanierungskonzept für die Fleesensee GmbH & Co. Entwicklungs KG soll jetzt Anfang 2012 den 1.812 Kommanditisten vorgelegt werden. Die ursprünglich noch für dieses Jahr geplante Gesellschafterversammlung muss voraussichtlich auf Februar 2012 verschoben werden, da das Bankenkonsortium erst im Januar die Rahmenbedingungen für das Sanierungskonzept verabschieden kann. Die finanzierenden Banken haben dazu die Unternehmensberatung Treugast beauftragt, den zukünftigen Investitionsbedarf für eine langfristige Sanierung des Fonds zu ermitteln.
„Die Chancen für eine Sanierung der Fleesensee Fondsgesellschaft stehen gut, da das Unternehmen operativ gesund ist. Im Interesse der Banken wie der Gesellschafter sollte das Unternehmen aus eigener Kraft saniert und eine Insolvenz vermieden werden. Für Investitionen benötigt die Gesellschaft frisches Kapital von rund 5 Millionen Euro. Mit ernsthaften Interessenten für ein solches Engagement sind wir im Gespräch. Aber die Eckdaten für das Sanierungskonzept werden die Banken erst im Januar festlegen können,“ so der in Abstimmung mit den Banken beauftragte Sanierungsberater Prof. Rolf Rattunde von der Berliner Kanzlei Leonhardt.
Zusammen mit dem Beirat und der Geschäftsleitung der Fondsgesellschaft hat Rattunde zahlreiche Gespräche mit Interessenten und den Banken geführt. „Nach Gerüchten aus dem Gesellschafterkreis, das Bankenkonsortium wolle den Kredit insgesamt veräußern, mussten die Gespräche im Herbst leider unterbrochen werden. Inzwischen ist geklärt, dass das Bankenkonsortium weiter an seinem Kreditengagement Fleesensee festhält“, erklärte Detlev U. Fricke, Geschäftsführer der Fleesensee Verwaltungs GmbH mit Sitz in Berlin.
Den Schaden, der aus dem schlechten Wechselkurs des Schweizer Franken entstanden ist, will Sanierungsberater Rattunde fair verteilen und die Finanzierung neu strukturieren. „Wir arbeiten an einem gerechten Ausgleich zwischen Banken und Gesellschaftern, bei dem jeder der Beteiligten genügend Substanz behält und von den angestrebten Wertsteigerungen profitiert. Dazu gehören beispielsweise eine Herabsetzung des Kommanditkapitals, ein befristeter Verzicht auf eine Kündigung der Gesellschaft sowie die teilweise Rückzahlung ausgeschütteter Liquidität. Aber noch müssen wir mit den Banken weitere Gespräche führen und die Ergebnisse der von den Banken beauftragten Treugast abwarten, um den Gesellschaftern dann Anfang des Jahres ein beschlussreifes Sanierungskonzept vorlegen zu können“, so Rattunde. Auch die aktuellen Daten der Hotelbetriebe im Land Fleesensee zeigen, dass das operative Geschäft gut läuft. So stieg die Belegung der drei Hotelbetriebe in Nordeuropas größtem Ferien- und Golfresort mit knapp 2.000 Betten in den ersten 10 Monaten diesen Jahres leicht an auf über 60 %. Auch die Vorjahresumsätze dürften in diesem Jahr übertroffen werden. Mit einer Neuausrichtung des saisonverlängernden Tagungsgeschäfts sollen die Erträge erhöht werden.